Parodontitis – Gefäßerkrankungen und Bluthochdruck

Parodontitis (umgangssprachlich Parodontose) zählt hierzulande zu den häufigsten Volkskrankheiten. Es handelt sich dabei um eine Zahnbetterkrankung, bei der sich Bakterien zunächst an den Rändern zwischen Zahn und Zahnfleisch einnisten und dort einen resistenten Biofilm bilden. Die von den Bakterien abgesonderten Giftstoffe sorgen dafür, dass sich das Zahnfleisch entzündet und zurückbildet. Es entstehen tiefe Zahnfleischtaschen, über die sich die Entzündung bis zum Kieferknochen ausbreiten kann. Die Folge ist, dass der Zahn ohne entsprechende Behandlung zunehmend an Halt verliert und unter Umständen ausfällt.

Weit schwerwiegender als der reine Zahnverlust sind jedoch möglich Folgeerkrankungen. Verschiedene Studien haben belegt, dass eine Parodontitis z. B. Herz-Kreislauferkrankungen verursachen kann, zumal diese Zahnerkrankung vorwiegend Menschen ab dem 40. Lebensjahr und mit dem Alter zunehmend betrifft.

Parodontitisbakterien und Entzündungsstoffe können über das Zahnfleisch in die Blutbahn gelangen und sich im ganzen Körper des Patienten verteilen. Besonders dünne Blutgefäße können dadurch an Elastizität verlieren (sog. Mikro Angiopathien), wodurch wiederum der Blutfluss zu den größeren Gefäßen behindert wird. Die Folgen können Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) sein, mit schwerwiegenden Folgen wie z. B. einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall. Raucher mit Parodontitis haben ein noch höheres Risiko für genannte Gefäßerkrankungen / Herz-Kreislauferkrankungen, da die im Rauch enthaltenen Giftstoffe zusätzlich die Gefäße verengen.

Parodontitis steht zudem im Verdacht, Bluthochdruck zu verursachen. Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2018 (an der mehr als 35.000 Frauen in der letzten Phase ihrer Menopause teilgenommen haben) hat belegt, dass Frauen, die im Untersuchungszeitraum zwischen 1998 und 2015 einen Zahn verloren haben, ein um 20 % höheres Risiko haben Bluthochdruck zu entwickeln.
Neben den direkten Einflüssen einer Zahnbettentzündung auf die Blutgefäße steht auch eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten, z. B. durch den Zahnverlust sowie durch die von der Entzündung ausgehenden Schmerzen im Verdacht, den Blutdruck negativ zu beeinflussen.

Durch regelmäßige Mundhygiene und eine halbjährliche Kontrolle und Prophylaxe beim Zahnarzt lässt sich das Risiko an einer Parodontitis zu erkranken und damit auch für mögliche Folgeerkrankungen wie z. B. Herz-Kreislauferkrankungen deutlich minimieren. Besonders bei einer bereits eingetretenen Parodontitis, die sich schon durch Zahnfleischbluten äußern kann, ist professionelle Hilfe durch den Zahnarzt erforderlich. Bei frühzeitiger Erkennung kann eine Parodontitis minimalinvasiv mit extrem kleinen Hand-, Pulverstrahl- und Ultraschallinstrumenten schmerzfrei und erfolgreich behandelt werden.